Balmain Balmain

Balmain

Was wäre Balmain ohne seine Strasssteine? Als wesentlicher Bestandteil des Erfolgs der Kollektionen des Pariser Modehauses war auch dieses 80er-Jahre-Detail im September wieder auf dem Laufsteg zu sehen. Viel mehr stellt sich jedoch die Frage: Was wäre Balmain ohne Olivier Rousteing? In diesem Frühjahr hatte sich der Designer aus Bordeaux dafür entschieden, Paris, seine Heimat, zu würdigen. Und weit davon entfernt, die Stadt der Lichter nur oberflächlich zu bewundern, hat der Designer ihre Geschichte und Architektur aufgegriffen, insbesondere in Bezug auf Dinge, die aus Ägypten stammen oder davon inspiriert wurden. An erster Stelle? Der Obelisk der Concorde natürlich, aber auch die Pyramide des Louvre von I. M. Pei.

Dabei sieht man zwangsläufig auch Hieroglyphen, die auf einigen Kleidern und Oberteilen erscheinen. Aber das größte Augenmerk dieser Kollektion liegt auf Olivier Rousteings Fähigkeit, die Schönheit der Kalasiris aus dem alten Ägypten in Erinnerung zu rufen, indem er sie in außergewöhnliche Werke verwandelt. Röcke, Kleider und Oberteile werden mit Plissee versehen. Von der abgerundeten Schulter, die die gesamte Figur umspielt, bis hin zu den kleinen Einsätzen an Kleidern oder Gürteln ist dieses Detail, das kein Detail mehr ist, luxuriös und doch fein. Und wenn der Abend anbricht, nehmen Neopren und Pailletten die Garderobe in Besitz, um noch vielfältigere Versionen dieser überragenden Fantasien zu schaffen. Spiegel (gefärbt oder ungefärbt) und Plexiglas bilden Patchworks, deren Kacheln an die Fassade der Pyramide des Louvre erinnern und sich an die körperbetonten Kleider schmiegen, die den Ruf des Modehauses geprägt haben. Dreifacher Musselin, breite Gürtel, Tweed und zarte Seide vervollständigen den Look, manchmal mit einer Kapuze oder ein paar feinen Schnitten. Mit einem Wort: eine gelungene Neuinterpretation der Klassiker inklusive des Balmain-Touch.

Balmain wurde 1945 in der Rue François 1er 44 in Paris gegründet. Der Unternehmensgründer, Pierre Balmain, ehemaliger Assistent von Lucien Lelong an der Seite von Christian Dior, führte schnell den "Jolie Madame"-Stil ein, der sich im Gegensatz zur damaligen Freizeitmode durch eine schicke Silhouette auszeichnet. Der Näher Pierre Balmain lancierte zwischen 1946 und 1949 parallel zu seinen Couture-Kreationen drei Parfums und entwarf bis zu seinem Tod im Jahr 1982 Kollektionen für das Modehaus. Zehn Jahre später folgte ihm Oscar de la Renta, der den pompösen Geist der Marke wieder aufleben ließ, bevor er sich 2002 auf seine gleichnamige Marke konzentrierte.

Eine neue Ära wurde durch Christophe Decarnin eingeläutet, dem künstlerischen Leiter des Hauses von 2006 bis 2011.

Olivier Rousteing, geboren 1985, wuchs in Bordeaux auf, bevor er nach Paris zog, um an der ESMOD zu studieren. Schnell erkannte er, dass ihm die Schule nicht liegt und somit beschloss er, auf Reisen zu gehen. Im Jahr 2003 wechselte er zu Roberto Cavalli, wo er fünf Jahre blieb. Im Jahr 2009 beauftragte ihn Balmain, die Frauenkollektion unter der Ägide von Christophe Decarnin, dem damaligen künstlerischen Leiter des Labels, zu betreuen. Im Jahr 2011, nach dem Ausscheiden des Modedesigners, trat Olivier Rousteing seine Nachfolge an. 

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