Carven Carven

Carven

 

Für seine zweite Kollektion für Carven hatte Serge Ruffieux wieder einmal den Geist des Pariser Chic, den er in seiner vorherigen Linie etabliert hatte, heraufbeschworen. In diesem Herbst ist die Carven-Frau so, wie es sich Carmen de Tommaso, die Gründerin der Marke, 1945 vorgestellt hatte. Meist in Kleidern oder Röcken gekleidet, die ihre Waden schlagen, versucht sie manchmal einen Wechsel auf die Seite von männlichen Anzügen, die zu ihrer schlanken Silhouette passen. Sie mischt die Formen, die Materialien und die Einflüsse, die sie während ihrer Reisen gesammelt hat, zu einem Look, der nur ihr gehört.

Serge Ruffieux lernte bei Christian Dior, wo er nach dem Ausscheiden von Raf Simons im Jahr 2015 zwischenzeitlich hauptverantwortlich war. Die Kleider und Tops sind mit durchdachten Falten geschmückt, die ihnen einen ganz neuen Look verleihen - jung, originell und gepflegt.

 

1945, kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges, gründet Carmen de Tommaso die Marke Carven, die sich ursprünglich an kleine und zierliche Frauen richtet, die Schwierigkeiten haben, Kleidungsstücke in ihrer Größe zu finden. Das Modehaus sieht sich schnell im Mittelpunkt der damaligen Modeszene, nicht zuletzt auch aufgrund eines Kleids aus luftiger Baumwolle mit grünen und weißen Streifen, das Carven zum Durchbruch verhalf. 1946 wird das Unternehmen Carven Parfums gegründet und bringt den ersten Duft mit dem Namen Ma Griffe auf den Markt, der nach dem oben genannten Kleid benannt ist. Die frische Mode ist gut zu kombinieren und überzeugt somit jeden. Das Unternehmen erweitert immer mehr seine Aktivitäten und entwirft beispielsweise 1955 eine erste Tuchkollektion und 1968 eine Schmuckkollektion. Nach einer Blütezeit in den 70er Jahren sinkt die Erfolgsrate der Marke jedoch immer mehr. Nachdem das Unternehmen mehrmals aufgekauft wurde und mehrere Wechsel in der künstlerischen Leitung erfuhr, wird es 2009 unter Guillaume Henry neu belebt. Der Designer, der vorher bei Givenchy arbeitete und Riccardo Tisci ersetzte, macht aus der Pariser Marke eine erschwingliche Ready-to-Wear Marke für dreißigjährige Damen. Die Marke entwickelt sich schnell zu einer It-Marke dank Bubikragen, Röckchen und kurzen Hosen mit Prints und spiegelt eine freche, romantische und intellektuelle Frau wider. Nach vier Jahren verlässt Guillaume Henry das Unternehmen und lässt Platz für sein Nachfolger-Duo Adrien Caillaudaud und Alexis Martial. Im Januar 2017 übernimmt Serge Ruffieux die künstlerische Leitung des Modehauses.

 

Serge Ruffieux ist in der Schweiz geboren und schließt sein Studium an der Haute Ecole d’Art et de Design in Genf ab, bevor er nach Mailand umzieht und dem Modehaus Moschino beitritt. Einige Jahre später kehrt er nach Paris zurück, wo er bei Sonia Rykiel die Firmengründerin unterstützt, bevor er kurze Zeit bei Cacharel verbringt. Die größte Aufmerksamkeit erlangt der Modedesigner jedoch, als er bei Dior während der Ära John Gallianos arbeitet. Als der belgische Designer Raf Simons bei Dior anfängt, wird Ruffieux zum Leiter des Designstudios ernannt, bevor er ihn gemeinsam mit Lucie Meier nach dem Ausstieg des belgischen Designers vier Saisons lang übergangsweise ersetzt. 

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