Trend

The Brut Sculptural

Der Sitz der UNESCO im 7. Arrondissement in Paris, die Tour de Mars an der Seine, das Espace Niemeyer, der Sitz der Kommunistischen Partei, teilen sich alle eine brutalistische Architektur, die in den 70er Jahren in Mode war. Ihre rein funktionelle Bauart zeichnet sich durch die völlige Abwesenheit von Ornamenten und dem rohen Charakter von Beton aus. Der Vorläufer der Bewegung? Le Corbusier, der in den 1930er Jahren mit imposanten Bauwerken, rechtwinkligen Fassaden und geometrischen Formen, die man in den Baubeständen auf der ganzen Welt wiederfindet, den Weg ebnete. Die Bewegung, die genauso verehrt wie kritisiert wird, erlebt seit einigen Jahren ein modisches Revival. Als Dekoration für Filme, Serien, Shootings aber auch Modenschauen – Loewe hält jede Saison seine Shows im Sitz der UNESO ab und Kanye West präsentierte letzten März die letzte Kollektion seiner Marke Yeezy im Sitz der Kommunistischen Partei – jedoch nicht nur… Die brutalistische Architektur inspiriert auch immer mehr die Schmuckdesigner. Laura Lombardi, Julien Dossena für Paco Rabanna, Demna Gvasalia für Balenciaga, Yoon Ahn und Verbal (der Star-Rapper der Hip-Hop-Band Teriyaki Boyz) für Ambush, Pamela Love, Tom Wood – alle entwerfen ihre Modelle, als ob sie ein architektonisches Werk bauen würden, mit viel industrieller Inspiration und einem sehr schlichten Design, das an den Brutalismus erinnert. Das Ergebnis ist eine Neukomposition der großen Schmuckklassiker. Sie werden von den Influencerinnen wie Camille Charrière, Caroline Daur oder Blanca Miró getragen und sind manchmal mit ultrafeinen Elementen oder Perlenstücken versehen, um den "rohen" Effekt auszugleichen. Diese Schmuckstücke sind der große Trend momentan.

Mugler, Frühling/Sommer 2020

Das Gewöhnliche zu veredeln ist der Grundgedanke der neuen, angesagten Juweliere. Als Symbole des Industriezeitalters werden Metallketten neu interpretiert und stilisiert. Imposant sind die Halsketten und Armbänder von Paco Rabanne, die aus großen, ineinander verschlungenen Goldgliedern bestehen und auch als doppelreihige Ohrringe erhältlich sind. Ein weiteres Paradebeispiel dieses Trends ist Laura Lombardi, deren Modelle sich durch einen industriellen Stil auszeichnen, der durch Einflüsse der klassischen Kunst und der antiken Bildhauerei aufgelockert wird. Wie diese opulenten und eleganten, verflochtenen XXL-Glieder, die sich in Chokern oder Kreolen wiederfinden. Reinheit, um nur das Wesentliche zu erhalten, ist auch Charlotte Chesnais' Leitsatz, die modernes Design und Kunsthandwerk verbindet und somit Schmuck mit geometrischen Muster entwirft, der ideal ist, um die Reinheit seiner Formen hervorzuheben. Die imposanten und auffälligen Siegelringe von Tom Wood sind kleine architektonische Details, die aussehen, als wären sie aus Silber.

 

Was die Materialien betrifft, so ist Gold von größerer Bedeutung. Das bestätigt beispielsweise Balenciagas Kette "Thin B Chain", die aus glänzendem, vergoldetem Messing besteht - eine Anspielung auf den schimmernden Schmuck der Rapper. Oder auch die Ohrringe "Loop", die aus silbernem Strass, Harz und Messing oder aus vergoldetem Kupfer bestehen. Wenn wir den Faden der Designgeschichte und der Einflüsse auf den aktuellen Schmucktrend weiter spinnen, so muss man anerkennen, dass wir die industrielle Inspiration auch Aldo Cipullo von Cartier, dem Schöpfer des berühmten "Nail bracelet" in Form eines Nagels in den frühen 1970er Jahren, zu verdanken haben. Stark inspiriert von Industriedesign und Popkultur, sagt er: "Mein zweites Zuhause ist ein Eisenwarengeschäft". Beim Schmuck ist das eine Revolution. Heute entwirft Pamela Love Ohrringe in Form von skulpturalen Büroklammern und Ambush Ohrringe in Herzform, die an doppelten Nadeln hängen, oder Halsketten mit einem Feuerzuganhänger. Warum lange nach etwas suchen, was direkt vor uns liegt?

 

 

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